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Verständliche Körpersprache

Von Susanne Barth, am 28. Dezember 2020 14:52:41 MEZ

Warum ist es hilfreich, die Körpersprache zu spiegeln? Woran können Sie erkennen, dass der Gesprächspartner sich mit der Art und Weise Ihrer Kommunikation nicht wohlfühlt? Die Antworten finden Sie in unserem Artikel.

 

Der CEO eines großen Unternehmens hält einen Vortrag bei einer Führungskräftekonferenz. Er ist ein großartiger Redner; das Publikum hängt an seinen Lippen. Als er zum Ende kommt, verschränkt er seine Arme vor der Brust und sagt: „Ich bin offen für alle Fragen – was möchten Sie wissen?“ Seine bisher so aufmerksamen Zuhörer tun sich nun schwer damit, nachzuhaken.

Was ist passiert? Wie konnte das beschriebene Verhalten sich so stark auswirken?

Bei guter Kommunikation geht es um mehr als nur um Worte. Eine wichtige Rolle spielt auch die Körpersprache, denn erstaunliche 60 Prozent unserer Kommunikation laufen nonverbal ab. Egal, welche Worte wir sprechen – unsere Körpersprache verrät uns. Eine Kräuselung der Lippen, eine angehobene Augenbraue – derartige kleine Bewegungen können unsere wahren Gefühle enthüllen. Manchmal sagen wir etwas und drücken mit unserer Körpersprache etwas anderes aus. So wird eine uneinheitliche Botschaft übermittelt (wie im Fall des CEO).

Für Führungskräfte ist es hilfreich, ein Bewusstsein für die Zeichen der Körpersprache zu entwickeln. Andere Menschen sind dann leichter zu verstehen, und der Austausch mit ihnen wird effektiver. Darüber hinaus nimmt man mit einem derartigen Bewusstsein die eigenen Botschaften an andere besser wahr. Da Körpersprache meist unbewusst und unbeabsichtigt ist, haben Sie mit Ihrem Wissen über die ausgesandten Signale darüber hinaus vielleicht sogar einen Vorteil bei Verhandlungen oder anderen wichtigen Interaktionen.

Was verrät nun also die Körpersprache über Ihre Gesprächspartner bzw. über Sie selbst?

 

1. Ehrliches oder falsches Lächeln?

Sie haben die neue Geschäftsstrategie erläutert, und nun lächeln einige Mitarbeiter in Ihrem Team. Das ist ein gutes Zeichen – die  betreffenden Kollegen stimmen Ihren Ausführungen zu, oder? Leider ist das nicht unbedingt der Fall. Manchmal wird aus Höflichkeit  gelächelt, oder es wird versucht, hinter einem Lächeln die tatsächlichen Gedanken und Gefühle zu verbergen. Lächeln ist außerdem ein  erlerntes Verhalten und eine kulturelle Konvention. Wie können Sie ein echtes von einem vorgetäuschten Lächeln unterscheiden? Bei  einem echten Lächeln sind die Augen beteiligt: An den Augenwinkeln zeigen sich Lachfältchen. Diese Bewegung um die Augen herum ist  extrem schwer vorzutäuschen und somit ein Indikator für die Wahrheit.

Tipp:
Bei einem falschen Lächeln könnte es angebracht sein, die betreffende Person direkt anzusprechen und um Feedback zu bitten. Alternativ können Sie versuchen, Ihre Botschaft besser zu vermitteln. Übrigens haben Studien ergeben, dass die meisten Menschen die Aufrichtigkeit eines Lächelns einfach durch einen Blick auf die obere Gesichtshälfte unmittelbar und unbewusst erkennen. Täuschen Sie Ihr Lächeln also gar nicht erst vor!

2. Spiegelung von Bewegungen?

Wenn Sie mit jemandem im Gespräch sind und feststellen, dass Ihr Gegenüber immer dann, wenn Sie die Beine übereinanderschlagen  oder parallel stellen, dieselbe Bewegung vollzieht, ist das ein gutes Zeichen. Das Spiegeln der Körpersprache geschieht unbewusst, wenn  man von der anderen Person eingenommen ist. Die Technik kann aber auch bewusst eingesetzt werden – besonders nützlich ist das bei  Verhandlungen, denn Menschen reagieren wohlwollender auf Menschen, deren Körperhaltung und Sprachmuster den eigenen  Charakteristiken ähneln. Wenn ein potenzieller Kunde in einem Verkaufsgespräch unbewusst Ihre Körpersprache annimmt, kann dies also  ein Zeichen von Rapport sein.

Tipp:
Wenn Sie eine Verbindung zu einem Ihnen zuvor unbekannten Menschen aufbauen möchten, sollten Sie dessen Körperhaltung, Gestik und Sitzposition spiegeln. Wenn Sie die Mimik und Haltung von Kollegen im Team spiegeln, kommunizieren Sie damit unmittelbar Einfühlungsvermögen (häufig geschieht dies automatisch). Sie signalisieren damit, dass Sie die Gefühle Ihrer Mitmenschen verstehen und berücksichtigen.

3. Unbewußt einschüchtern?

Ein Teammitglied hat Schwierigkeiten mit einem wichtigen Projekt, und Sie haben eine Projektsitzung einberufen. Während des Gesprächs beobachten Sie das folgende Verhalten:

• Wenig Mimik
• Gesenkter Blick zur Vermeidung eines direkten Kontakts
• Hände und Arme eng am Körper
• Abwendung des Körpers

Tipp:
Dies sind klare Anzeichen dafür, dass der Mitarbeiter sich defensiv verhält und nicht entspannt ist. Sie sollten in diesem Fall Ihren Ansatz ändern. Stellen Sie offene Fragen, formulieren Sie Ihre Botschaft anders, und verwenden Sie einen verbindlichen, aber nicht einschüchternden Tonfall, damit Ihr Gegenüber aufnahmefähiger reagiert. Achten Sie auch auf Ihre eigene Sitzposition – Ihre Körperhaltung sollte zeigen, dass Sie bereit sind, zu unterstützen.

4. Zeichen für Widerstand?

Im Zusammenhang mit einem Lieferanten haben Sie ein Kostenproblem, das gelöst werden muss. Während der Verhandlung hält der Kundenbetreuer seine Arme verschränkt; er signalisiert damit Verschlossenheit und keine Bereitschaft, auf Ihren Vorschlag einzugehen. Für ihr Buch “How to Read a Person Like a Book” haben Gerard Nierenberg und Henry Calero* mehr als 2.000 Verhandlungen gefilmt. In allen Fällen, bei denen eine der beteiligten Parteien die Arme verschränkt hatte, kam es nicht zu einer Einigung.

Tipp:
 Wenn Sie bei einer Verhandlung die Absicht haben, Nein zu sagen, verschränken Sie ruhig die Arme. Das Verschränken der Arme ist auch  in Ordnung, wenn Sie Ihr letztes Angebot unterbreitet oder einen Dealbreaker-Punkt genannt haben. In anderen Situationen außerhalb  von Verhandlungen sollte diese Haltung besser vermieden werden. Niemand möchte mit jemandem reden, der sich bereits eine feste  Meinung gebildet hat und nicht für einen Austausch offen ist. Verschränken Sie also nicht die Arme, und seien Sie bereit, sich die  Argumente Ihrer Gesprächspartner anzuhören. Sie demonstrieren anderenfalls, dass Sie ganz und gar nicht auf derselben Wellenlänge  sind.

5. Langweilige Präsentation?

Sie halten eine Präsentation und möchten, dass alle Zuhörer aufmerksam sind und mitdenken. Nach fünf Minuten bemerken Sie jedoch schon, dass einige in ihrem Stuhl zusammensinken, mit Gegenständen herumspielen oder auf Papier kritzeln. Einige beginnen sogar zu reden. Ihr Publikum langweilt sich ganz offensichtlich.

Tipp:
In diesem Fall sollten Sie reagieren. Eine Möglichkeit: Sie beginnen mit einer Diskussion und beziehen das Publikum aktiv ein. Danach fahren Sie mit den Kernpunkten Ihrer Präsentation fort. Sollten Sie schon vorab wissen, dass Sie es mit einer schnell gelangweilten Zuhörerschaft zu tun haben, können Sie Ihre Präsentation in kleine Einheiten unterteilen und versuchen, das Publikum nach jeder Einheit in eine kurze Aktivität einzubeziehen.

Wenn Sie mehr über die Botschaften Ihrer eigenen Körpersprache herausfinden möchten, filmen Sie sich selbst im Gespräch mit einem anderen Menschen. Sehen Sie sich dann die Aufnahme an, und fragen Sie sich, was Sie über jemanden denken würden, der so aussieht, spricht und agiert wie Sie selbst im Film. Daraufhin können Sie entsprechende Anpassungen vornehmen!

 

So nehmen Sie eine selbstbewusste Körperhaltung an:

• Stehen Sie gerade, nicht in sich zusammengesunken. Sie wirken sonst müde und energielos.
• Ein entspanntes Lächeln schafft eine positive Atmosphäre. Stirnrunzeln lässt Sie angespannt und distanziert
   aussehen.
• Nehmen Sie Augenkontakt mit jedem Gesprächspartner auf. Vermeiden Sie es, nur eine Person anzusehen.
• Kratzen Sie sich beim Reden an der Nase oder am Ohr, oder berühren Sie Ihre Augen? Vermeiden Sie Bewegungen
   wie Fingerzeige oder Händereiben. Sie erscheinen sonst nervös und abgelenkt.
• Wie zu einem Dach zusammengelegte Hände sind ein Zeichen für starkes Selbstvertrauen.
• Wenn über das Kinn gestrichen wird oder mit der Hand unter dem Kinn mindestens ein Finger am Kinn liegt,
   deutet das auf Nachdenken oder Beurteilen hin.

Themen:Persönliche Entwicklung

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